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Vortrag J. Schmitz Samstag

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</head>
<body bgcolor="#FFFFFF">
<i>Feelings are the germ and starting point of</i>
<br><i>cognition, thoughts the developped tree.</i>
<br>W. James
<center>
<h1>
<b>Gef&uuml;hle als Basis von Kommunikation</b></h1></center>

<center>
<h2>
Jutta Schmitz</h2></center>

<h3>
<font face="helvetica,arial,sansserif">Summary</font></h3>
<p align="justify"> <font face="helvetica,arial,sansserif">Feelings are valued in science wholesale
negatively. However a lot of reputed scientists (some of them are listed
in the literature below) tried to show that feelings are more than a counterpart
to mind; feelings are the condition that mind can operate best. The more
people neglect and suppress their feelings and emotions the more they are
inclined to behave and to act irrational.</font>
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER><font face="helvetica,arial,sansserif">Johann
G. Juchem has shown beyond that the philosophy from Leibniz and Schopenhauer
as well as the quantentheory gives an explanation that there is an energetic
movement, which connects all lively subjects and which is perceptible as
emotion. "Feelings are the origin of cognitional energy". Cognition means
emotions, phantasy, intuition as well as mind and reason. But only the
mind is able to produce consciousness, to distinguish between the different
cognitions, to create and to defend identity. This implicates far-reaching
consequences for communication, understanding and <i>verstehen</i>.</font></p>
<h3>
<font face="helvetica,arial,sansserif">Zusammenfassung</font></h3>
<p align="justify"><font face="helvetica,arial,sansserif">Gef&uuml;hle werden in der Wissenschaft
weitgehend negativ bewertet. Jedoch haben viele namhafte Wissenschaftler
(einige von ihnen sind im Literaturverzeichnis aufgef&uuml;hrt) gezeigt,
da&szlig; Gef&uuml;hle mehr als nur ein Gegenst&uuml;ck zum Verstand sind;
Gef&uuml;hle sind die Bedingung daf&uuml;r, da&szlig; der Verstand optimal
arbeiten kann. Je mehr Menschen ihre Gef&uuml;hle und Empfindungen vernachl&auml;ssigen
und unterdr&uuml;cken, desto mehr neigen sie dazu, sich irrational zu verhalten
und zu handeln.</font>
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER><font face="helvetica,arial,sansserif">Johann
G. Juchem hat dar&uuml;ber hinaus gezeigt, da&szlig; die Philosophie von
Leibniz und Schopenhauer, ebenso wie die Quantentheorie eine Erkl&auml;rung
daf&uuml;r geben, da&szlig; es eine energetische Bewegung gibt, die alle
Lebewesen miteinander verbindet und die als Emotion wahrnehmbar ist. "Das
Gef&uuml;hl ist der Ursprung kognitiver Energie". Kognition bedeutet Emotion,
Phantasie, Intuition genauso wie Verstand und Vernunft. Aber nur der Verstand
ist in der Lage, Bewu&szlig;tsein zu erzeugen, zwischen den verschiedenen
Kognitionen zu unterscheiden, eine Identit&auml;t zu erschaffen und sie
zu verteidigen. Dies impliziert weitreichende Konsequenzen f&uuml;r die
Kommunikation, f&uuml;r die Verst&auml;ndigung und das Verstehen.</font></p>
<br>&nbsp;
<br>&nbsp;
<br>&nbsp;
<p align="justify">Als langj&auml;hrige Sch&uuml;lerin von Prof. Juchem ist es mir eine
Freude, heute hier einen Vortrag zu halten, der meine Anerkennung und Dankbarkeit
ausdr&uuml;cken soll.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Ich bin dankbar,
da&szlig; ich viele Jahre lang seine Vorlesungen und Seminare besuchen
konnte, was keine Selbstverst&auml;ndlichkeit war, da er aufgrund der Umstrukturierung
dieses Institutes weder die finanzielle noch wissenschaftliche Anerkennung
erhalten hat, die ihm zugestanden h&auml;tte. Da&szlig; er dennoch f&uuml;r
uns Studierende soviel Engagement gezeigt hat, kann nicht oft genug dankend
hervorgehoben werden.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Meine Anerkennung
bezieht sich aber nicht nur auf diese gro&szlig;z&uuml;gige und hilfsbereite
Charaktereigenschaft von Prof. Juchem sondern auch auf sein Wissen, welches
in all den Jahren nicht starr blieb, sondern sich best&auml;ndig weiterentwickelte
und verfeinerte. Dieses Wissen hat er uns Studierenden klar und lebendig
in seinen Seminaren und B&uuml;chern nahegebracht.
<p align="justify">Mein Vortrag besch&auml;ftigt sich mit einem Aspekt, den Prof. Juchem
in seiner j&uuml;ngsten Ver&ouml;ffentlichung "Kommunikationssemantik"
(1998) herausgearbeitet hat; die Bedeutung von Gef&uuml;hlen. Er ist nicht
der einzige, der sich dar&uuml;ber Gedanken gemacht hat und man kann sogar
heutzutage einen Trend feststellen, sich mit diesem Thema zu besch&auml;ftigen.
Dennoch mu&szlig; man nach wie vor festhalten, da&szlig; Mut dazu geh&ouml;rt,
erst recht, wenn man ein Mann ist und einen wissenschaftlichen Beitrag
ver&ouml;ffentlicht.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Sie alle werden
mir sicher zustimmen, da&szlig; auch heute noch Wissenschaft mit Rationalit&auml;t
verbunden wird, mit klarem, pr&auml;zisem, vern&uuml;nftigem Denken und
Handeln. Gef&uuml;hle und Irrationalit&auml;t werden in der Wissenschaft
als Ausrutscher betrachtet, die, wenn &uuml;berhaupt im Privatleben einen
Platz zugewiesen bekommen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Und Sie werden
mir auch alle sicher zustimmen, da&szlig; es immer noch so ist, da&szlig;
M&auml;nnern eine gr&ouml;&szlig;ere F&auml;higkeit zugeschrieben wird,
rational und vern&uuml;nftig zu denken und zu handeln.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Auch die Tatsache,
da&szlig; es eine Frau ist, die einen Vortrag h&auml;lt, der von Gef&uuml;hlen
handelt und ihnen sogar grundlegendes zuschreibt, kann dieses Vor-Urteil
nur bekr&auml;ftigen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Dennoch, mein
Vortrag gibt nur wieder, was Prof. Juchem und andere kluge M&auml;nner
und Frauen bereits gesagt haben, wenn ich auch nicht leugnen will, da&szlig;
mir solche Denkans&auml;tze &auml;u&szlig;erst sympathisch sind und meine
eigenen Gedanken unterst&uuml;tzen.
<p align="justify">So habe ich z.B. immer wieder in der Literatur einen Hinweis auf Blaise
Pascal gefunden. Pascal hat vor &uuml;ber 300 Jahren folgendes Fragment
verfa&szlig;t:
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="sansserif,helvetica,arial">"Wir erkennen die Wahrheit
nicht nur mit der Vernunft, sondern auch mit dem Herzen. Gerade auf diese
letzte Art erkennen wir die ersten Prinzipien, und vergebens trachtet die
vern&uuml;nftige &Uuml;berlegung, die nicht daran beteiligt ist, jene zu
bek&auml;mpfen. [...] Die Prinzipien f&uuml;hlt man, die Lehrs&auml;tze
werden gefolgert, und das Ganze mit Gewi&szlig;heit, wenn auch auf unterschiedlichen
Wegen - und es ist ebenso unn&uuml;tz und ebenso l&auml;cherlich, da&szlig;
die Vernunft vom Herzen Beweise f&uuml;r seine ersten Prinzipien verlangt,
wenn sie ihnen zustimmen will wie es l&auml;cherlich w&auml;re, da&szlig;
das Herz von der Vernunft ein Gef&uuml;hl f&uuml;r alle Lehrs&auml;tze
verlangte, die diese beweist, wenn es sie annehmen will (1997, S .79-80).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Das hei&szlig;t also, selbst wenn Pascal Vernunft und Gef&uuml;hl
oder Herz voneinander trennt, r&auml;umt er beiden einen eigenen und gleichberechtigten
Platz ein.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Dies wird auch
in anderen Fragmenten deutlich, in denen er zwischen dem "geometrischen"
und "feinsinnigen Geist" unterschied (521/1 und 513/4, 1997, S. 324-327).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER> Der "feinsinnige
Geist" erfa&szlig;t die Prinzipien, die "so hauchzart und so zahlreich"
sind, im Ganzen; er ist in der Lage zu urteilen, aber er braucht einen
"guten Blick".
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="sansserif,arial,helvetica">"Man sieht sie beinahe
gar nicht; mehr als man sie sieht, f&uuml;hlt man sie; man hat unendlich
viel M&uuml;he, um sie dem Gef&uuml;hl derjenigen zug&auml;nglich zu machen,
die sie nicht von selbst f&uuml;hlen." (1997, S. 325).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Der geometrische Geist hingegen besch&auml;ftigt sich mit "fa&szlig;lichen
Prinzipien", ans denen er "Vernunftschl&uuml;sse" zieht. Beides zusammen
w&auml;re eine gute Erg&auml;nzung, doch das kommt selten vor. Die "Feinsinnigen"
verlieren oft die Geduld bei den "trockenen Definitionen und Prinzipien".
Und die "Geometer" haben zwar
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"... einen scharfen
Verstand, dies aber nur unter der Voraussetzung, da&szlig; man ihnen alles
mit Definitionen und Prinzipien genau erkl&auml;rt; sonst sind sie verschroben
und unertr&auml;glich ..." (1997, S.326).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, da&szlig; beides, Herz und
Vernunft oder Verstand und Gef&uuml;hl zusammen gebraucht werden, um zu
verstehen; sich selbst, andere Menschen oder auch Prinzipien.
<p align="justify">Zu einer &auml;hnlichen Feststellung gelangte auch C.G. Jung 1921 in
seiner psychologischen Typenlehre. Er unterschied vier Grundfunktionen:
"Empfindung", "Denken", "Gef&uuml;hl" und "Intuition", die mit den beiden
Einstellungstypen "Introversion" und "Extraversion" auftreten k&ouml;nnen
(1997, S. 11).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>So k&ouml;nnen
acht verschiedene Typen entstehen, je nachdem welcher Aspekt st&auml;rker
in ihnen hervortritt. Die anderen Funktionen sind weitgehend unbewu&szlig;t
und erf&uuml;llen eine "kompensatorische Funktion". Je st&auml;rker eine
Funktion bewu&szlig;t entwickelt ist, wie Jung am Beispiel des Intellektuellen
(Denktypus) zeigt, desto st&auml;rker wird die entgegengesetzte Funktion
(Gef&uuml;hl) unbewu&szlig;t auftreten, "unbeherrscht, launisch, irrational".
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Jedoch ist therapeutisch
betrachtet "die Erkenntnis der unbewu&szlig;ten Impulse (...) nur dann
von Nutzen, wenn dadurch die Einseitigkeit des Bewu&szlig;tseins wirksam
kompensiert wird." (1923/1997, S. 115-117).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Interessant an
der Typenlehre ist auch, da&szlig; Jung die vier Funktionen unterteilte:
im Diagramm ergibt sich dabei ein Kreuz aus einer senkrechten rationalen
Achse (wobei sich Denken und Gef&uuml;hl gegen&uuml;berstehen), und einer
waagerechten irrationalen Achse (Empfindung und Intuition stehen sich gegen&uuml;ber),
(1936/1997, S. 23-24).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Aber selbst die
rationalen Fraktionen Denken und Gef&uuml;hl k&ouml;nnen eine irrationale
Komponente haben, genauso wie die irrationalen Funktionen Empfindung und
Intuition rationale F&auml;rbungen bekommen k&ouml;nnen (1921/1997, S.
131-153).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>So zeigt sich
auch bei Jung ein Ganzheitsgedanke, der jeglicher Ab- oder Bewertung entbehrt.
Er definierte Irrationalit&auml;t als eine Eigenschaft, die "die Fassungskraft
des vern&uuml;nftigen Denkens &uuml;bersteigt". Rationalit&auml;t bezieht
sich lediglich auf "seit alters &uuml;berkommene, festgef&uuml;gte Vorstellungskomplexe"
und Gesetze, die "die durchschnittlich 'richtige', die angepa&szlig;te
Einstellung bezeichnen." (1921/1997, S. 153, 170-171).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Und in seinem
Schlu&szlig;wort schrieb er:
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Da&szlig; die intellektuelle
Erfassung des psychischen Vorganges zur Paradoxie und Relativit&auml;t
f&uuml;hren <i>mu&szlig;</i>, ist sicher, schon aus dem Grunde, weil der
Intellekt nur eine unter verschiedenen psychischen Funktionen ist, welche
von Natur aus dem Menschen zur Konstruktion seiner Objektbilder dient.
Man gebe sich nicht den Anschein, als ob man die Welt nur aus den Intellekt
begreifen werde; man begreift sie ebenso sehr auch aus den Gef&uuml;hl.
Darum ist das Urteil des Intellektes h&ouml;chstens die H&auml;lfte der
Wahrheit und mu&szlig;, wenn es ehrlich ist, auch zum Eingest&auml;ndnis
seines Ungen&uuml;gens gelangen." (1921/1997, S. 202).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Ludwig Klages schrieb 1929-33 sein Werk "Der Geist als Widersacher
der Seele". Auch dort finden sich Abschnitte, in denen er explizit zu dieser
Problematik Stellung bezieht.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>So hinterfragt
und kritisiert er an einer Stelle die Begriffe 'Rationalit&auml;t' und
'Irrationalit&auml;t' (1960, S. 1419). An einer anderen Stelle vertritt
er die Auffassung, da&szlig; ohne Gef&uuml;hle kein "Urteilsverm&ouml;gen"
m&ouml;glich w&auml;re (1960, S. 265). Und schlie&szlig;lich kritisiert
er die Vorgehensweise in der Wissenschaft, ein Aspekt, der im letzten Abschnitt
dieses Vortrages noch einmal in Frage gestellt werden soll.
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Was die wissenschaftliche Geisteshaltung
von der unwissenschaftlichen abhebt, ist viel weniger die F&auml;higkeit
'Gem&uuml;tsbed&uuml;rfnisse' zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, als der gez&uuml;chtete
Hang, verm&ouml;ge alleiniger Bet&auml;tigung des Verstandes und unter
weitgehender <i>Ausschaltung des Erlebens</i> zu forschen." (1960, S. 125).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>F&uuml;r Klages ist darum eine Wahrheit "gewu&szlig;t", wenn sie
im Erleben wurzelt, wenn sie sich hingegen auf Erfahrung und Lernen st&uuml;tzt,
ist sie lediglich "gekannt".
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Somit h&auml;lt
er fest, da&szlig; in der Wissenschaft eine "flache Gesinnung" &uuml;blich
ist, "wohingegen die tiefe Gesinnung - aus der Geistesentwicklung abgedr&auml;ngt
und gleichsam ungesetzlich gemacht" wurde (1960, S. 126).
<p align="justify">Bevor ich schlie&szlig;lich auf Juchem's Ansicht zu diesen Thema komme,
m&ouml;chte ich auf eine ebenfalls neuere Ver&ouml;ffentlichung eingehen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>1997 erschien
von Carola Meier-Seethaler das Buch "Gef&uuml;hl und Urteilskraft. Ein
Pl&auml;doyer f&uuml;r die emotionale Vernunft". Ihr Buch ist &auml;hnlich
umfassend wie Juchem's letzte Ver&ouml;ffentlichung und sie vereint darin
psychologische, philosophische, historische, politische, ethische und feministische
Aspekte.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ihre Kritik an
der Vorherrschaft des Verstandes ist somit weit verzweigt, wobei sie die
Ursache daf&uuml;r in den patriarchalischen Gesellschaften sieht, die seit
tausenden von Jahren existieren. Ihre Bilanz ist vernichtend und sie bringt
klar zum Ausdruck, da&szlig; die Vernachl&auml;ssigung von Emotionalit&auml;t
weitreichende Folgen f&uuml;r die Menschen, ihre Beziehungen zueinander
aber auch f&uuml;r die Umwelt hat.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ihr Ansatz ersch&ouml;pft
sich aber nicht in der Darstellung katastrophaler gesellschaftlicher Zust&auml;nde
und dem Entwerfen d&uuml;sterer Zukunftsperspektiven, sondern sie entwickelt
auch konkrete Ma&szlig;nahmen, die praktisch durchf&uuml;hrbar sind und
die man als durchaus heilsam bezeichnen k&ouml;nnte. Darauf werde ich sp&auml;ter
noch einmal kurz eingehen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Am Anfang steht
jedoch die Analyse und Klarstellung der Begriffe und der Inhalte, die damit
verbunden werden.
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Wie Emotionalit&auml;t nicht mit Irrationalit&auml;t
und damit letztendlich mit Unvernunft gleichzusetzen ist, so ist Intellektualit&auml;t
nicht davor gefeit, da&szlig; die Richtung ihrer Denkschritte von irrationalen
Motiven geleitet wird. Vernunft und Rationalit&auml;t in einem nicht verengten
Sinn zeichnen sich vor allem durch Bewu&szlig;theit aus: durch die bewu&szlig;te
Konfrontation mit den eigenen Gef&uuml;hlen, Beweggr&uuml;nden und Wertungen
ebenso wie durch die bewu&szlig;te Kontrolle logischer Denkschritte. Dagegen
ist von Irrationalit&auml;t immer dann zu sprechen, wenn psychische Mechanismen
unbewu&szlig;t ablaufen und unerkannt in scheinbar rationale Denkmuster
und Handlungen einflie&szlig;en." (1997, S. 395)</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Nach allem bisher gesagten ist also festzuhalten, da&szlig; Rationalit&auml;t
bedeutet, da&szlig; Gef&uuml;hle und Verstand zusammenflie&szlig;en und
eine innere Klarheit dar&uuml;ber herrscht, da&szlig; &auml;u&szlig;ere
Handlungen daraus entstehen, die nicht einfach rational aussehen, sondern
tats&auml;chlich "emotionale Vernunft" offenbaren.
<p align="justify">Johann Juchem hat sich in seinem Buch "Kommunikationssemantik" nicht
darauf beschr&auml;nkt, die Bedeutung von Gef&uuml;hlen im Zusammenhang
mit Kommunikationsprozessen zu untersuchen. Er hat in den unterschiedlichsten
Bereichen der Wissenschaft einem Ph&auml;nomen nachgesp&uuml;rt, was tats&auml;chlich
den Ausspruch rechtfertigt: "Alles ist mit allem verbunden" (1998, z.B.
S. 16, 35, 49).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Dieses Ph&auml;nomen,
oder vielleicht sollte man besser Prinzip sagen, fand er in der Philosophie,
so z.B. der "Wille" bei Schopenhauer oder bei Leibniz die "vis activa".
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Juchem erw&auml;hnt
des weiteren die Chaosforschung und die Quantentheorie.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Gestern fiel bereits
im Zusammenhang mit der Quantentheorie der Begriff "Holomovement".
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>David Bohm versteht
darunter eine "bruchlose und ungeteilte Totalit&auml;t", eine "ganzheitliche
Bewegung", in der implizit alles vorhanden ist (1987, S. 200).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Daraus leitet
er die "implizite Ordnung" ab, die "ungeteilte Ganzheit des Universums",
ein "ungeheures Meer von Energie", oder auch das "Prinzip des Lebens" (1987,
S.233, 246-255).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Dieser stellt
er die "explizite Ordnung" gegen&uuml;ber, ihr entsprechen stabile Sinneselemente,
Abstraktionen der impliziten Ordnung.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Es geht also um
einen energetischen Zustand oder besser, eine energetische Gesamtbewegung,
die f&uuml;r Menschen wahrnehmbar ist im Erleben, als dynamische Gef&uuml;hlsbewegung.
<p align="justify">Die Erkenntnis, da&szlig; Gef&uuml;hle nicht einfach nur Gef&uuml;hle
sind, sondern in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang eingebettet sind,
ist auch Neurologen, Neurobiologen und -physiologen nicht verborgen geblieben.
Hier w&auml;re insbesondere Damasio zu nennen, den Juchem ebenfalls erw&auml;hnt.
Damasio's Erkenntnisse von Patienten mit Hirnsch&auml;digungen machen deutlich,
da&szlig; ohne Gef&uuml;hle auch der Rest, also der Verstand, nicht mehr
funktionieren kann. Juchem beschreibt dies folgenderma&szlig;en: "ohne
Gef&uuml;hl wird der Intellekt richtungslos." (1998, S. 137). Die Gef&uuml;hlsbewegung
macht sich als "Hintergrundempfindung" oder wie Juchem sagt als "Stimmung"
bemerkbar. Bewu&szlig;t wird dies aber nur, wenn Ver&auml;nderungen eintreten,
die Juchem als "St&ouml;rung" bezeichnet, so wie generell jede St&ouml;rung
einen Bewu&szlig;tseinsproze&szlig; ingang setzt (1998, S. 139).
<p align="justify">Um noch einmal auf das Buch als gesamtes zur&uuml;ckzukommen: Es ist
nur zwingend, da&szlig; Juchem die Bedeutung der Sympathie bei Philip Wegener
und Gerold Ungeheuer hervorhebt, die bei beiden eine grundlegende Bedeutung
f&uuml;r das Sprachverst&auml;ndnis bzw. den Kommunikationsproze&szlig;
haben.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Oder auch Susanne
Langer, die mit ihrer Unterscheidung "pr&auml;sentativer" und "diskursiver
Symbolik" einen wichtigen Beitrag geleistet hat, indem sie die pr&auml;sentativen
Symbole als grundlegend betrachtet, gerade weil sie im Gef&uuml;hl wurzeln.
<p align="justify">Der Konstruktivimus schlie&szlig;lich ist nicht nur zum Teil eine Umschreibung
dessen, was Ungeheuer und Juchem bereits anders formuliert haben, er beinhaltet
auch, zumindest bei Maturana eine weitere Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die
Feststellung, da&szlig; Gef&uuml;hle von elementarer Bedeutung sind. Liebe
ist "die Grundlage des soziales Lebens" und Anla&szlig; "Verhaltens-koordinationen"
durch Sprache zu koordinieren (1987, S. 266 und 1997, S. 121).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>F&uuml;r Juchem
l&auml;&szlig;t sich das konstruktivistische Gedankengut nahtlos in sein
Gesamtbild f&uuml;gen und bietet zudem eine Erkl&auml;rung daf&uuml;r,
warum die Gef&uuml;hlsbewegung immer wieder gest&ouml;rt wird.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>F&uuml;r ihn ist
das Gef&uuml;hl "der Ursprung kognitiver Energie" oder auch "die 'Keimzelle'
bewu&szlig; ter Kognition" (Juchem 1998, S. 68, 129). Das hei&szlig;t nichts
anderes als da&szlig; Verstand, Vernunft, aber auch Intuition und Phantasie
aus einer Gef&uuml;hlsbewegung emergieren.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Die Vernunft ist
"eine Vermittlungsinstanz zwischen Intuition und Verstand." (1998, S. 69).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Der Verstand jedoch
ist in der Lage, diese verschiedenen kognitiven Zust&auml;nde als getrennt
zu erfassen, er fragmentiert und ist die Voraussetzung daf&uuml;r, da&szlig;
ein Bewu&szlig;tsein dar&uuml;ber existiert. Juchem beschreibt den Verstand
als "Wirklichkeitskonstrukteur":
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Seine Strukturen sind immer emotional gepr&auml;gt,
da die Gef&uuml;hlsbewegung den Hintergrund des Verstandes bildet, andererseits
sind alle Emotionen (Empfindungen) Verstandesprodukte." (1998, S. 159).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Die Wirklichkeitskonstruktion hat nach Juchem eine ganz elementare
Bedeutung, durch sie entsteht "Identit&auml;t"; eine "Ichkonstruktion",
die unsere je einmalige Abgeschlossenheit, unsere "Autopoiese" (Maturana/Varela)
garantiert. Die Erhaltung der Identit&auml;t oder wie Juchem sagt, der
"Identit&auml;tszwang" bedingt die Fragmentierung. Sobald St&ouml;rungen
auftauchen und somit die Wirklichkeitskonstruktion in Frage gestellt wird,
tritt Bewu&szlig;tsein infolge des Identit&auml;tszwanges auf und setzt
eine neue Konstruktion in Gang (1998, S. 160-161).
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Der Verstand ist diejenige Art und Weise
der Konstruktion von Identit&auml;t und damit von Wirklichkeit, die sich
im Sinne der Identit&auml;tserhaltung aus der Komplexion der Gef&uuml;hlsdynamik
"befreit", welche als "Konzentrationsfeld energetischer Wellen" der Gesamtbewegung
aufgefa&szlig;t werden kann. Die Gef&uuml;hlsauspr&auml;gungen (Empfindungen,
Emotionen) sind die unterschiedlichen "Verstandesbearbeitungen" als Bewertungszust&auml;nde,
bezogen auf die Systemidentit&auml;t. Je h&ouml;her der Intellekt, umso
h&ouml;her der Identit&auml;tszwang, umso breiter die Empfindungsspanne,
umso mannigfaltiger die Wirklichkeit." (1998, S. 155).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Daraus habe ich geschlossen: je mehr Gef&uuml;hle/Emotionen ein
Mensch hat, um so intelligenter/intellektueller m&uuml;&szlig;te er sein,
da er ansonsten seine Identit&auml;t gef&auml;hrden w&uuml;rde.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Gleichzeitig habe
ich aber schon oft beobachtet, und ich schlie&szlig;e mich da keineswegs
aus, da&szlig; besonders intelligente Menschen gleichzeitig auch in bestimmten
Bereichen besonders dumm und gef&uuml;hlsarm noch dazu sind. Das k&ouml;nnte
man nur so erkl&auml;ren, da&szlig; sie in Wirklichkeit viele Gef&uuml;hle
haben, unter einem gro&szlig;en Identit&auml;tszwang stehen und daher ihre
Gef&uuml;hle teilweise abspalten. Da diese Gef&uuml;hle dann f&uuml;r den
Intellekt nicht mehr zur Verf&uuml;gung stehen, werden diese Menschen teilweise
dumm. Die L&ouml;sung k&ouml;nnte sein, da&szlig; die Menschen lernen,
ihren Gef&uuml;hlsreichtum anzunehmen, ihn nicht als Bedrohung empfinden
und Wege zu finden, wie sie kreativ damit umgehen k&ouml;nnen. Falls dies
nicht m&ouml;glich wird, k&ouml;nnen Sie sich sicher vorstellen, da&szlig;
hier eine reiche Quelle f&uuml;r verquere Kommunikationssituationen liegt.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Die Sprache spielt
bei der Bewu&szlig;twerdung und Konstruktion eine ganz entscheidende Rolle.
Jedoch sind die sprachlichen Formulierungen einmalig und individuell und
sie m&uuml;ssen es auch sein, da sonst die Identit&auml;tsgrenzen &uuml;berschritten
werden. Darum gibt es nach Juchem auch keine "semantischen &Uuml;bereinstimmungen"
(1998, S. 165).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Das hei&szlig;t
letztendlich nichts anderes als das, was Juchem auch in fr&uuml;heren Schriften
immer wieder betont hat: Verst&auml;ndigung ist m&ouml;glich, Verstehen
jedoch nicht, zumindest nicht auf sprachlicher Ebene.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Juchem beschreibt
dieses Ph&auml;nomen in seinem neuesten Buch in Anlehnung an die Unsch&auml;rferelation
in der Quantentheorie als "Unsch&auml;rferelation der Bedeutung":
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Will man sich verstehen, so kann man sich
nicht verst&auml;ndigen. Will man sich verst&auml;ndigen, so kann man sich
nicht verstehen." (1998, S.165).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Juchem streitet jedoch keineswegs ab, da&szlig; Verstehen m&ouml;glich
ist, wie er bereits 1985 in seinem Buch "Der notwendig konflikt&auml;re
Charakter der Kommunikation" darlegte. Und 1998 schrieb er:
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Die M&ouml;glichkeit des Verstehens (die
der Verstand in 'seinem' Bereich 'vereitelt') liegt in dem unmittelbaren
&Uuml;bergang der Gef&uuml;hlsbewegung zur Gesamtdynamik, in der jegliche
Bewegung zur (Vielheit in der) Einheit kommt. In diesem Bereich ist das
gegenseitige Verstehen 'unantastbar', d.h. es ist weder analysierbar noch
beweisbar. Es ist subjektiv, obwohl es den anderen einbezieht. Es ist entweder
da oder nicht da. Es ereignet sich im Erleben. Wer es reflektieren will,
hat es im eigentlichen Sinne schon verloren!" (1998, S. 167).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Er stellt sich nun die Frage, ob man es dabei belassen sollte oder
ob es nicht doch eine M&ouml;glichkeit gibt, das Problem des Verstehens
wissenschaftlich anzugehen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Der Anfang ist
jedenfalls gemacht; die Gef&uuml;hlsbewegung, die mit dem Verstehen einhergeht
hat den Platz zugewiesen bekommen, der ihr zusteht. Als Basis, als Wurzel,
als allem anderen zugrundeliegend.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Auch der n&auml;chste
Schritt ist gemacht, der darin besteht, die verschiedenen Bewu&szlig;tseinsstufen
zu differenzieren, was Juchem als "vorbewu&szlig;ten Verstandesproze&szlig;"
und als Bewu&szlig;tsein bezeichnet (1998, S. 163 und 169).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ich bin daraufhin
zu dem Schlu&szlig; gekommen, da&szlig; sich drei verschiedene Stufen unterscheiden
lassen, was ich als "Erleben - bewu&szlig;tes Erleben - Bewu&szlig;tsein"
oder auch als "Verstehen - bewu&szlig;tes Verstehen - Verstanden haben"
bezeichnet habe.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Da die Kategorien
Verstand, Vernunft, Gef&uuml;hl etc. lediglich analytische Trennungen sind,
ist davon auszugehen, da&szlig; es sich um ineinander &uuml;bergehende
Bewu&szlig;tseinszust&auml;nde, bzw. Erlebnisse handelt, die in allt&auml;glichen
Kommunikationssituationen individuell verschiedene Auspr&auml; gungen haben
und miteinander verschmelzen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>So kann es durchaus
vorkommen, da&szlig; Verst&auml;ndigung und Verstehen gemeinsam auftreten,
aber genauso gut auch wie Juchem beschrieben hat, ist es m&ouml;glich,
da&szlig; man sich verst&auml;ndigen und nicht verstehen sowie da&szlig;
man sich verstehen und nicht verst&auml;ndigen kann.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ich bin der Meinung,
da&szlig; es berechtigt ist, alle genannten m&ouml;glichen Formen des Verstehens
oder der Verst&auml;ndigung wissenschaftlich zu untersuchen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ich kann es jedenfalls
"nicht sein lassen", um an eine Bemerkung von gestern anzukn&uuml;pfen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>In meiner Magisterarbeit
"Kommunikationstheoretische Betrachtungen parapsychologischer Ph&auml;nomene"
(1999) w&auml;re ich ohne die Annahme, da&szlig; Verstehensprozesse analysierbar
sind, nicht weit gekommen. Es war ebenso unerl&auml;&szlig;lich, die Bedeutung
der Gef&uuml;hle herauszuarbeiten, die bei diesen Kommunikationsformen
eine elementare Rolle spielen und oftmals der einzige Zugang sind, auch
wenn sich manchmal diese Gef&uuml;hle nachtr&auml;glich durch objektive
Tatbest&auml;nde best&auml;tigen lassen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Aber es zeigte
sich, da&szlig; Gef&uuml;hle in allen Kommunikationssituationen <i>die</i>
entscheidende Rolle spielen. Gef&uuml;hle sind es, die Kommunikation erm&ouml;glichen
und verhindern, sie erkl&auml;ren warum Sympathie und Liebe Sprache ersetzen
kann oder nach Sprache verlangt.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Gef&uuml;hle sind
der Anla&szlig; f&uuml;r "individuelle Welttheorien" (Ungeheuer) oder "personelle
Erfahrungstheorien" (Juchem), sie sind verantwortlich f&uuml;r st&auml;ndig
wechselnde Wort- oder Satzbedeutungen und f&uuml;r einmalige Situationen.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Somit l&auml;&szlig;t
sich Juchem's neueste Ver&ouml;ffentlichung als konsequente Weiterverfolgung
nicht nur der Kommunikationstheorie Ungeheuer's, sondern auch seiner eigenen
Ver&ouml;ffentlichungen ansehen. Ich bin sicher nicht die einzige, die
sich jetzt schon auf das n&auml;chste Buch freut ...
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Einen Grund weiterzumachen
gibt es immer wieder, denn nichts ist endg&uuml;ltig gekl&auml;rt und es
gibt unendlich viele Wege, mehr Weisheit zu erlangen.
<p align="justify">Einen m&ouml;glichen Ansatz, wie man die Rolle von Gef&uuml;hlen untersuchen
k&ouml;nnte, beschreibt Meier-Seethaler in ihrem bereits erw&auml;hnten
Buch. F&uuml;r sie ist "ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die emotionale Vernunft
immer auch ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die Sprache" (1997, S. 31). Ihr schwebt
eine Ethik vor, die sich nicht auf eine "apriorische Moralbegr&uuml;ndung"
st&uuml;tzt, sondern auf "Intersubjektivit&auml;t im Sinne eindeutiger
Verst&auml;ndigungsm&ouml;glichkeiten &uuml;ber solche Urteile." (1997,
S. 28 und 228). Das bedeutet aber, da&szlig; Emotionen aus diesem Diskurs
nicht herausgehalten werden, sondern bewu&szlig;t einflie&szlig;en. Dem
zugrunde liegen m&uuml;&szlig;te ein "internationaler Katalog von Emotionsw&ouml;rtern"
(1997, S. 31 und 289).
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Des weiteren k&ouml;nnten
Analogien, Metaphern, Symbole, Gedankenlyrik, Dichtung, Traumbilder, Riten,
Mythen, Kunst, Philosophie und feministische Sprachkritik dazu beitragen,
den Zusammenhang von Emotionalit&auml;t und Sprache zu untersuchen (1997,
S. 277-293).
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"Deshalb halte ich es f&uuml;r falsch, die
k&ouml;rpergebundene Gef&uuml;hlskommunikation gegen die sprachliche Kommunikation
mit den Argument auszuspielen, die sprachliche Formulierung von Gef&uuml;hlen
sei immer schon verfremdet, weil jede kognitive Reflexion eine innere Distanz
voraussetzt. Jede symbolische Transformation setzt eine gewisse Distanz
voraus, was aber nicht notwendig Verfremdung bedeutet. Sprachlicher Gef&uuml;hlsausdruck
verhilft auch zur Kl&auml;rung und zur &Uuml;berpr&uuml;fbarkeit der unmittelbaren
Empathie." (1997, S. 296).</font></blockquote>

<p align="justify"><br>Diesen Ansatz k&ouml;nnte man diskutieren und auch, ob man damit
dem Verstehen n&auml;herkommt.
<p align="justify">Eine weitere Frage ist, ob diese Vorgehensweise das Erleben mit einschlie&szlig;t,
was Klages gefordert hatte. Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;&szlig;te man
zun&auml;chst einmal kl&auml;ren, was man unter Verstehen &uuml;berhaupt
versteht, ob es absolut oder nur partiell auftritt, wie es sich bemerkbar
macht und wie man es sprachlich erfassen kann.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Letztendlich wird
aber auch entscheidend sein, wie der jeweilige Wissenschaftler oder Mensch
seine eigenen Erlebnisse bewertet. Immerhin mu&szlig; man auch bedenken,
da&szlig; Verstehen auch eine heikle Angelegenheit ist. Nicht ganz so heikel
wie bei paranormalen Ph&auml;nomenen, beispielsweise der Telepathie, aber
dennoch besteht die Gefahr, die Identit&auml;tsgrenzen zu verlieren, wie
Juchem beschrieben hat.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>Ich sehe dies
in Zusammenhang mit der N&auml;he-Distanz-Problematik; wir brauchen die
N&auml; he zu anderen Menschen, aber hin und wieder brauchen wir auch Distanz,
um zu uns selbst zu finden und um zu bleiben wer wir sind: ein Individuum.
Und manchmal wollen wir einfach, da&szlig; unsere Gedanken und Gef&uuml;hle
nur uns selbst geh&ouml;ren.
<br><img SRC="spacer.gif" height=1 width=23 align=CENTER>So ist denn auch
verst&auml;ndlich, da&szlig; sich Verst&auml;ndigung haupts&auml;chlich
auf die verstandesbetonte Kommunikation bezieht. Und wer jetzt noch nicht
versteht, was unter Verstehen zu verstehen ist, dem kann ich nur noch einmal
die Worte Pascals ans Herz legen:
<br>&nbsp;
<blockquote align="justify"><font face="arial,helvetica,sansserif">"... man hat unendlich viel M&uuml;he, um
sie dem Gef&uuml;hl derjenigen zug&auml;nglich zu machen, die sie nicht
von selbst f&uuml;hlen." (1997, S. 325).</font></blockquote>

<h2>
Literatur</h2>

<blockquote align="justify">
<li>
<font size=-1>Bohm, David (1987): <i>Die implizite Ordnung. Grundlagen
eines dynamischen Holismus.</i> M&uuml;nchen: Goldmann. (engl. Auflage
1980).</font></li>

<li>
<font size=-1>Damasio, Antonio R. (1995): <i>Descartes' Irrtum. F&uuml;hlen,
Denken und das menschliche Gehirn.</i> M&uuml;nchen, Leipzig: List. (engl.
Auflage 1994).</font></li>

<li>
<font size=-1>James, William (1950): <i>The Principles of Psychology. Vol.I+II.
</i>USA: Dover. (1. Auflage 1890).</font></li>

<li>
<font size=-1>Juchem, Johann G. (1985): <i>Der notwendig konflikt&auml;re
Charakter der Kommunikation. Ein Beitrag zur Kommunikationssemantik</i>.
Aachen: Rader.</font></li>

<li>
<font size=-1>Juchem, Johann G. (1989): <i>Konstruktion und Unterstellung.
Ein kommunikationstheoretischer Versuch</i>. M&uuml;nster: Nodus Publikationen.</font></li>

<li>
<font size=-1>Juchem, Johann G. (1998): <i>Kommunikationssemantik</i>.
M&uuml;nster: Nodus Publikationen.</font></li>

<li>
<font size=-1>Jung, Carl Gustav (1997): <i>Typologie. </i>M&uuml;nchen:
dtv.</font></li>

<li>
<font size=-1>Jung, Carl Gustav (1921): "Einleitung zu 'Psychologische
Typen'". "Allgemeine Beschreibung der Typen". "Definitionen". Schlu&szlig;wort
zu 'Psychologische Typen'". In: <i>Jung</i> (1997), S.7-11, 27-104, 119-202.</font></li>

<li>
<font size=-1>Jung, Carl Gustav (1923): "Psychologische Typen". In: <i>Jung</i>
(1997), S.105-118.</font></li>

<li>
<font size=-1>Jung, Carl Gustav (1936): "Psychologische Typologie". In:
<i>Jung</i> (1997), S.13-25.</font></li>

<li>
<font size=-1>Klages, Ludwig (1960): <i>Der Geist als Widersacher der Seele.</i>
M&uuml;nchen: J.A. Barth. (1. Auflage 1929-33).</font></li>

<li>
<font size=-1>Langer, Susanne K. (1979): <i>Philosophie auf neuem Wege.
Das Symbol im Denken, im Ritus und in der Kunst.
</i>Mittenwald: M&auml;ander.
(engl. Auflage 1942).</font></li>

<li>
<font size=-1>Maturana, Humberto (1997): <i>Was ist erkennen?</i> Mit dem
Kolloquium "Systemtheorie und Zukunft". Hg.u. Einf. Rudolf zur Lippe, &Uuml;bers.
Hans G&uuml;nter Holl. M&uuml;nchen, Z&uuml;rich: Piper. (1. Auflage 1994).</font></li>

<li>
<font size=-1>Maturana, Humberto &amp; Varela, Francisco J. (1987): <i>Der
Baum der Erkenntnis.</i> Bern, M&uuml;nchen, Wien: Scherz. (span. Auflage
1984).</font></li>

<li>
<font size=-1>Meier-Seethaler, Carola (1997): <i>Gef&uuml;hl und Urteilskraft.
Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die emotionale Vernunft.</i> M&uuml;nchen: Beck.</font></li>

<li>
<font size=-1>Pascal, Blaise (1997):<i> Gedanken &uuml;ber die Religion
und einige andere Themen.</i> Hrsg.: Jean-Robert Armogathe. &Uuml;bers.:
Ulrich Kunzmann. Stuttgart: Reclam. (1. Auflage 1670).</font></li>

<li>
<font size=-1>Schmitz, Jutta (1999): <i>Kommunikationstheoretische Betrachtungen
parapsychologischer Ph&auml;nomene.</i> Unver&ouml;ffentlichte Magisterarbeit
vorgelegt der Philosophischen Fakult&auml;t der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit&auml;t
zu Bonn.</font></li>

<li>
<font size=-1>Ungeheuer, Gerold (1987): <i>Kommunikationstheoretische Schriften
I: Sprechen, Mitteilen, Verstehen.</i> Hg. u. Einleitung Johann G. Juchem,
Nachwort H.-G. Soeffner u. T. Luckmann. Aachen: Rader.</font></li>

<li>
<font size=-1>Wegener, Philip (1885): <i>Untersuchungen &uuml;ber die Grundfragen
des Sprachlebens.</i> Halle: Max Niemeyer.</font></li>
</blockquote>

</body>
</html>
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